Aus 15 Fotos wird eines

 

Baar_Panorama

 

Kurze Frage vorweg: Finden Sie heraus, zu welcher Uhrzeit dieses Foto gemacht wurde?

Vom Schönbüelwald aus, auf einer kleinen Anhöhe am Rande von Baar, hat man einen herrlichen Rundblick auf ganz Baar, Zug, den Zugersee sowie den dahinterliegenden Bergen des Mittellandes – allen Voran der Rigi - und bei Föhnwetter weiter bis zu den Alpen. Eindrücklich zu sehen auf diesem Panorama ist, wie die Städte Baar und Zug bereits nahtlos zusammengewachsen sind.

Zurück zur Eingangsfrage: Das Foto wurde morgens um 10 nach 10 gemacht. Wie Sie das rausfinden können? Ganz einfach, suchen Sie auf dem  hochauflösenden Foto wie in einem Wimmelbild die Kirche von Baar und schauen Sie sich die Turmuhr an – 10 nach 10! Und da das Foto bei Tageslicht gemacht wurde, muss es sich wohl um den Vormittag handeln. Schon eindrücklich, welche Details Sie auf diesem Panorama ausmachen können; oder?

Wie ich das gemacht habe? Bevor ich über die Details spreche nur so viel vorweg: Das hier von mir hochgeladene Panorama entspricht von der Auflösung her lediglich etwa 9% von dem, was die ganze Arbeit wirklich zustande gebracht hat. Um die Internetverbindung beim Herunterladen des Panoramas nicht übermässig zu strapazieren, musste ich dieses vor dem Hochladen massiv verkleinern. Die Originalarbeit hat eine sagenhafte Auflösung von 65‘000 x 7’115 Pixeln und eine Dateigrösse von 3.23 GB. Würde ich dieses Panorama bei 300 ppi (Pixel per Inch) ausdrucken und in der Wohnstube aufhängen wollen, bräuchte ich eine freie Wandfläche von 5.5 m x 60 cm! Was bedeuten 300 ppi? Nun, das ist die Auflösung, mit der üblicherweise kommerzielle Fotobildbände produziert werden oder aber auch ifolor (vielfacher Testsieger von Kassensturz) seine Digitalfotos herstellt. Ein weiterer Vergleich - das menschliche Auge kann ab einem Betrachtungsabstand von mehr als 30 cm, ein Punktemuster mit einer Auflösung von 300 ppi nur noch als eine homogene Fläche wahrnehmen. Da Sie ein 5.5 m breites Bild wohl kaum aus einer Nähe von 30 cm betrachten werden, reichen 300 ppi bei weitem aus, um ein gestochen scharfes Panorama zu erhalten.

Aber jetzt zur Aufnahmetechnik

  • Kamera: Nikon D800 mit Vollformatsensor und 36 MP
  • Objektiv: AF-S NIKKOR 24-120 mm f/4G ED VR bei 120 mm
  • Blende 11, um im optimalen Qualitätsbereich des Objektivs zu arbeiten (eine grosse Blendenöffnung resultiert üblicherweise in einer grösseren Vignettierung am Bildrand, während eine kleine Blendenöffnung das Bild auf Grund der Lichtbeugung unschärfer macht)
  • ISO 100, um das Bildrauschen minimal zu halten
  • Stativ: Manfrotto 055CXPRO3 mit MH055M0-Q2 Kugelkopf
  • Kamera mit Wasserwage ausniveliert, damit beim nachträglichen Zusammenfügen der einzelnen Aufnahmen wegen des vertikalen Versatzes möglichst wenige Bildbereiche verloren gehen.
  • Kableauslöser, damit beim Berühren des Auslösers die Kamer nicht zittert
  • Spiegelvorauslösung, damit die durch das hochschwingen des Spiegels verursachte Vibration der Kamera wieder vollständig ausklingen kann
  • 15 hochformatige Einzelaufnahmen zusammengesetzt zu einem Panorama mit der Software PTGui

Panorama aus 15 Einzelbilder

 

So, jetzt muss ich mich aber wieder an die Arbeit machen und nach einer kostengünstigen Lösungen für das Ausdrucken des Panoramas auf 5.5 Meter Breite suchen. Vielleicht haben Sie eine gute Idee für mich?

 

Nachtrag vom August 2013:

Für dieses Bild habe ich am internationalen Pano Award 2013 eine Bronze Medaille erhalten. Lesen Sie mehr über diesen Wettbewerb: Panorama Auszeichnung zum Zweiten

Bronze Award für Urs Gehrig


Kommentar schreiben

Bitte denken Sie daran: Ihr Eintrag ist für jedermann sichtbar. Also achten Sie auf Ihre Wortwahl. Besten Dank.


Sicherheitscode
Aktualisieren